Deutsche Sportlotterie

Unsere Botschafterin Jessica Kastrop im Interview

Jessica Kastrop ist die erste Frau, die in Deutschland die Champions League moderiert. Die 42-jährige Sky-Moderatorin, die in Saarbrücken geboren wurde, lebt heute in München. Sie setzt sich unter anderem für die Entwicklungshilfeorganisation „Right To Play“ ein und unterstützt die gemeinnützige Deutsche Sportlotterie als Botschafterin. Im Gespräch mit dem glüXmagazin verrät sie, warum ihr die Förderung der deutschen Spitzen- und Nachwuchs-Athleten am Herzen liegt, bei welchen Sportarten sie besonders mitfiebert und warum sie mit Weltmeister Sebastian Brendel in der eiskalten Havel baden ging.

Frau Kastrop, warum engagieren Sie sich für die Deutsche Sportlotterie?
Kastrop:
Weil mich der Solidaritätsgedanke fasziniert. Wir als Gesellschaft können den Sportlern helfen. Es geht dabei um diejenigen, die nicht auf Rosen gebettet sind. Wir müssen den Blick weg vom Speckgürtel des Sports auf jene richten, die nicht Woche für Woche im Rampenlicht stehen. Das sind die, die unter extrem schwierigen finanziellen Voraussetzungen versuchen, sportliche Höchstleistungen zu bringen. Als Sportjournalistin weiß ich um die prekäre finanzielle Situation, der sich Leistungssportler vor allem in jungen Jahren – vor der großen Karriere – stellen müssen. Sport ist Liebe. Wenn man aus finanziellen Gründen dieser Liebe abschwören muss, ist das nicht nur ungerecht, sondern auch eine Belastung für Körper und Psyche. Vielen unserer Top-Athleten und stärksten Talenten fehlen oft die Mittel, um ihr Potential voll auszuschöpfen.

Das wird im internationalen Vergleich offenbar immer schwieriger.
Kastrop:
Ja. Seit der Wiedervereinigung haben wir doppelt so viele Leistungssportler, die aber nur noch halb so viele Medaillen gewonnen haben. Bei den Engländern, die das Vorbild für die Sportlotterie waren, hat sich durch die damit verbundene Unterstützung die Anzahl der Medaillen seither verdoppelt. Dort werden im Jahr 200 Millionen Pfund an die Sportler ausgeschüttet. Da kann die Deutsche Sporthilfe, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten viel für den deutschen Sport tut, einfach nicht mithalten. Sie unterstützt derzeit rund 3.800 Sportler, und dafür stehen ihr gut zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Dafür brauchen wir jetzt die Sportlotterie.

Wie sehen denn die Gewinnmöglichkeiten aus?
Kastrop:
Ich finde, alle Seiten können Gewinner sein. Wenn jemand für drei Euro ein Los kauft, unterstützt er die Sportler mit fast einem Euro und darüber hinaus profitiert auch die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA davon. Im Gegenzug kann der Loskäufer bis zu einer halben Million Euro gewinnen – und das wöchentlich! Die Deutsche Sportlotterie leistet dort mit Dr. Sundermann an der Spitze ausgezeichnete Arbeit, und wir freuen uns schon auf den Relaunch im Herbst und die neuen Möglichkeiten.

Sie sind bekannt durch Ihre Fußball-Moderationen für Sky. Als erste Frau moderieren Sie seit der Saison 2015/2016 die UEFA Champions League. Sehen Sie diese Aufgabe auch als Ihren persönlichen Aufstieg in die Königsklasse?
Kastrop:
Für mich ging damit natürlich ein großer Traum in Erfüllung. Wenn die Hymne im Stadion ertönt – das ist jedes Mal ein magisches Gefühl. Dass man mir diese Aufgabe übertragen hat, als erster Frau überhaupt, betrachte ich als großes Kompliment und dafür bin ich Sky sehr dankbar.

Haben Sie auch eine Beziehung zu anderen Sportarten, also jenen, für deren Sportler Sie sich jetzt einsetzen?
Kastrop:
Natürlich! Ich bin ein klassischer Großereignis-Junkie. Dafür schlage ich mir vor dem Fernseher die Nächte um die Ohren, schaue mir dann alle möglichen Sportarten von Leichtathletik über Fechten bis Turmspringen an. Und deshalb ist es mir ein so großes Anliegen, für die Deutsche Sportlotterie zu werben. So geht es beispielsweise auch Philipp Lahm, der sich ebenfalls in der Sportlotterie engagiert.

Die Deutsche Sportlotterie fördert mittlerweile zehn Athleten, die Sie auch besucht haben. Welche Eindrücke konnten sie gewinnen?
Kastrop:
Sehr viele! Mich fasziniert vor allem der unbändige Ehrgeiz, den diese jungen Menschen entwickeln, ohne den Anreiz des ganz großen Glamours wie zum Beispiel im Fußball. Und ich habe erlebt, wie schwierig die Sportarten sein können: Beim Versuch mit Kanu-Weltmeister und London-Held von 2012 Sebastian Brendel Canadier zu fahren, bin ich in die 11 Grad kalte Havel gefallen. Im Kanu fühlt man sich, als ob man auf rohen Eiern balanciert, und dann war es auch schon zu spät und ich plumpste ins kalte Wasser. Aber egal – es hat riesigen Spaß gemacht, genauso wie die Besuche der anderen Geförderten wie Bahnradfahrer Lucas Liß und Hockey-Nationalspielerin Lydia Haase.
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